Freitag 17.02.2012
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Als gäb's kein morgen
Tonight is the night, denn heute Abend findet die diesjährige TEDDY AWARD GALA statt und wir wissen, es wird wieder sternhagelschön. Aber danach? Was kommt nach dem Fest, dem Rausch, dem Exzess? - Der Morgen danach. Das schwarze Loch, das Katerfrühstück, der graue Himmel über Berlin. Aber was ist schon morgen, wenn wir doch heute haben! Darum leben wir zumindest heute als gäb's kein morgen! Und genau so machen es auch die Protagonist_innen in unseren heutigen Filmen: Pornodarstellerinnen versuchen ihr Leben zu ordnen, andere wiederum kümmern sich lieber um Tiere, wieder andere um ihre Geschwister. Außerdem gibt es Filme über die diesjährigen Gewinner des SPECIAL TEDDY AWARDS Mario Montez und Ulrike Ottinger. Und natürlich versorgen wir euch auch heute wieder mit spannenden neuen Interviews, Filmclips und allen Filmen in der Programmübersicht.
CHERRY BLOSSOM GIRL |
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Die 18jährige Angelina arbeitet in einem Waschsalon und will ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Nachdem sie mit einigen Nacktfotos Geld verdient hat, entflieht sie mit ihrem besten Freund dem White-Trash-Milieu ihrer dysfunktionalen Familie. In San Francisco gerät sie nach diversen Jobs allmählich ins Porno-Filmbusiness. Als CHERRY kann sie mit ihrer naiv-lasziven Art schnell reüssieren und ihre eigene Sexualität ausloten. Die starke junge Frau muss sich mit den vielen Vorurteilen ihrer Umwelt auseinandersetzen. Ein Rechtsanwalt möchte sie „retten“, hat aber selbst massive Drogenprobleme. Schließlich findet sie in ihrer Regisseurin, die mit ihrer Geliebten selbst ähnliche Probleme hat, eine verständnisvolle Freundin und Partnerin. Und bald wechselt Angelina die Seiten und wird selbst Pornoregisseurin. Ohne falsche Moral und ohne Voyeurismus gelingt Regisseur Stephen Eliott in seinem Debütfilm das Porträt einer jungen Frau auf der Suche nach sich selbst und ihrem Platz in der Welt. Dabei behandelt er das Thema Porno-Business vorurteilslos und mit erfrischender Sachlichkeit.
CinemaxX 7, 10.30 Uhr
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The Revolution is my Boyfriend |
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„Als Aktivist geboren“: Vito Russo, New Yorker Filmkritiker, Drehbuchautor und LGBT-Aktivist, war über Jahrzehnte eine der charismatischsten, eloquentesten und inspirierendsten Persönlichkeiten der amerikanischen Schwulenbewegung nach Stonewall. Berühmt wurde er durch seine Life Lecture und sein Buch „The Celluloid Closet“ (1981), eine Untersuchung der Darstellung von Homosexualität im Film – bis heute ein Standardwerk zum Thema, mit dem er in idealer Weise seine Liebe zum Show-Business mit radikaler Schwulenpolitik verbinden konnte. Für den gleichnamigen Film erhielten die Regisseure Rob Epstein und Jeffrey Friedman 1996 den TEDDY Award und schließlich den Oscar. Reichhaltiges Archivmaterial und Statements von Freunden und Aktivisten fügen sich VITO, dem Portrait eines energiegeladenen, bis zuletzt aktiven und für das queere Gedächtnis unverzichtbaren Menschen. Vito Russo starb 1990 an AIDS. CineStar 7, 14.30 Uhr |
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SPECIAL TEDDY AWARD I: Mario Montez |
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Ein Boot, ein See, ein träger Sommernachmittag, Naturidylle-Glamour. Die legendäre, unwiderstehliche, unverwüstliche US-Underground-Legende Mario Montez seziert die albernen Fashion-Tipps von Hollywood-Ikone Joan Crawford: „Such crap!“ - A LAZY SUMMER AFTERNOON WITH MARIO MONTEZ Colosseum 1, 15.30 Uhr |
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SPECIAL TEDDY AWARD II: Ulrike Ottinger |
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ULRIKE OTTINGER, DIE NOMADIN VOM SEE, ist als Filmemacherin und Künstlerin eine Ausnahmeerscheinung. Am Bodensee, nimmt alles seinen Anfang: Ulrike Ottinger wird an diesem Ort geboren, noch heute verbringt sie dort regelmäßig Zeit. Brigitte Kramer wählt den Bodensee aber auch deshalb als Ausgangspunkt ihres Filmporträts, weil sie mit Ottinger den Geburtsort und damit verbunden die große Liebe zum Wasser teilt: Hier beginnt auch für sie ihr eigener künstlerischer Werdegang, nicht zuletzt durch die Begegnungen mit Ulrike Ottinger und ihrem Werk. Der Film nimmt die Berührungspunkte zwischen Ottinger und der Filmemacherin zum Ausgangspunkt einer umfassenden Werkschau, die einen tiefen Einblick in das Leben und Schaffen der Künstlerin gibt. Ulrike Ottinger wird in diesem Jahr mit dem SPECIAL TEDDY AWARD ausgezeichnet. Magnus Rosengarten spricht im Interview mit Ulrike Ottinger über ihr Filmschaffen und mit Brigitte Kramer über die Dokumentation über Ulrike Ottinger. Colosseum 1, 15.30 Uhr |
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Haram* |
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London, zwei arabische Brüder im tristen Stadtteil Hackney. Für den sensiblen 14jährigen Mo ist der 19jährige Bruder Rashid sein idealisiertes Idol: Er ist Mitglied einer Gang, dealt mit Drogen, unterstützt die Familie und wird auf der Straße respektiert. Rashid aber wünscht sich, dass Mo einen anderen Lebensweg einschlägt. Die Begegnung mit dem Fotografen Sayyid Rashid eine neue Welt und neue Möglichkeiten. Für Mo bricht jedoch eine Welt zusammen, als er entdeckt, dass sein vergötterter Bruder schwul ist. Als auch seine Gang die Wahrheit herausfindet und Rashid erledigen will, muss sich Mo seinen eigenen Vorurteilen stellen, um das Leben seines Bruders zu retten. |
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Alles was ich habe sind Erinnerungen |
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UNTER MÄNNERN – SCHWUL IN DER DDR beschäftigt sich mit der Frage, wie Homosexualität im „real existierenden Sozialismus“ gelebt wurde und gelebt werden konnte. Wir begegnen sechs Männern, die zum Teil erstmals in aller Offenheit über ihre sozialen und intimen Erfahrungen sprechen. Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. An einem Ende des Spektrums gibt es etwa den Frisör Frank Schäfer, ein listenreicher Individualist, am anderen Ende den Theologen Eduard Stapel, der ein DDR-weites Netz homosexueller Vereinigungen gründete und ins Visier der Staatssicherheit geriet. All dies geschieht aus der Perspektive des Regisseurs Ringo Rösener, der zwar in der DDR geboren wurde, aber zu jung ist, um noch viel von ihr erlebt zu haben. Er begibt sich auf die Suche nach den Erinnerungen eines Landes, das es nicht mehr gibt. CineStar 7, 17.00 Uhr |
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Emanzipationskampf |
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1992, vor genau zwanzig Jahren, starb die berühmte afroamerikanische Dichterin und Autorin Audre Lorde, einer vielzitierten Selbstbeschreibung zufolge „Lesbe, Feministin, Schwarze, Dichterin, Mutter, Kämpferin“. In den Achtzigerjahren holte Dagmar Schultz, die damals am John-F.-Kennedy Institut der Freien Universität Berlin lehrte, Lorde als Gastprofessorin nach Berlin. Ein Schritt, der nachhaltige Auswirkungen hatte. Lorde wurde zur Mentorin und Mitbegründerin der afrodeutschen Bewegung. In ihrem filmischen Porträt AUDRE LORDE - THE BERLIN YEARS verarbeitet Dagmar Schultz zum Teil nie gezeigtes und sehr persönliches Material von Lorde und zeigt sie im Kreise ihrer Berliner Freundinnen, Weggefährtinnen Sie wurden zu Dichterinnen und Wissenschaftlerinnen, denen die ersten deutschsprachigen Arbeiten zu afrodeutscher Geschichte und Rassismus zu verdanken sind. Magnus Rosengarten spricht im Interview mit den Filmmacher_innen über ihre Forschung für den Film und ihre persönlichen Erinnerungen an Audre Lorde. Cubix 7, 17.30 Uhr |
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Grüne Hornissen |
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Ein Mash-Up von Premingers Israel-Gründungsfilm EXODUS mit den Stimmen kanadischer Aktivisten, die mit ihrem Boot Teil der Gaza-Flotille bilden. Im Stil eines Comic-Helden kämpft die Grüne Hornisse gegen Unterdrückung und Unrecht im Gaza-Streifen: GREEN LASER.
Magnus Rosengarten spricht im Interview mit dem Regisseur John Greyson über seinen Kurzfilm. Cubix 7, 17.30 Uhr |
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Paradise Lost |
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Saigon, dieser urbane Vielmillionen-Moloch, ist der Sehnsuchts- und Hoffnungsort für Khoi. Hier beginnt für den 20-Jährigen die klassische Initiationsreise von Unschuld zu Erfahrung und Reife. Auf der Suche nach einer Bleibe gerät er an den durchtriebenen Dong, der ihn aufnehmen will. In der Wohnung trifft Khoi auf Dongs Freund Lam. Sie rauben den Neuankömmling aus und machen sich aus dem Staub. Dann wird Lam von Dong verlassen und arbeitet wieder als Straßenstricher, während Khoi sich als Lastenträger verdingen muss. Eine Zufallsbegegnung führt zu einer fragilen Liebesbeziehung zwischen Khoi und Lam, der den Diebstahl wiedergutmachen will. Darauf versucht Dong, die zarte Romanze zweier verlorener Seelen zu zerstören. Der Regisseur Vu Ngoc Dang zaubert mit seinem Film LOST IN PARADISE ein modernes asiatisches Großstadtmärchen. Zwischen leichtem Frohsinn, großen Emotionen und menschlichen Abgründen wird die Geschichte zweier junger Männer zum Rahmung einer Erzählung über das Erwachsenwerden. CineStar 3, 17.45 Uhr |
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Into the wild |
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Nach Verbüßung einer Haftstrafe lässt sich Francine in der nordamerikanischen Provinz nieder. In Aushilfsjobs versucht sie gesellschaftlich wieder Fuß zu fassen. Doch der erhoffte Halt droht ebenso zu scheitern wie ihre Versuche, Verbindungen zu Menschen in der Kleinstadt aufzubauen. Sicherheit findet Francine lediglich bei Tieren – eine Entwicklung, die sich als tragischer Irrweg erweist. CineStar 8, 19.30 Uhr |
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Von Mäusen und Rittern |
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Den Sommer verbringt Carlos bei seiner Familie auf dem Lande, um dort auszuhelfen. Vielleicht wird er nicht einmal zurückkehren in die Hauptstadt, denn die wirtschaftlichen Aussichten sind auch dort nicht gut. Die Extremadura hingegen, dünn besiedelt und lange Zeit eine der vernachlässigten Regionen Europas, erlebt einen zaghaften Aufschwung. Tourismus und Modernisierungen treffen hier auf fast archaische Bräuche, auf eine konservative, überdurchschnittlich alte Bevölkerung. SLEEPLESS KNIGHTS erzählt all dies beiläufig, unaufdringlich, in bisweilen überirdisch schönen Bildern. Der rote Faden ist die Liebesgeschichte zwischen dem Rückkehrer Carlos und dem jungen Polizisten Juan. Von hier oder nicht von hier, das ist die Entscheidung, die viele hier treffen müssen. Colosseum 1, 20.00 Uhr |
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VERANSTALTUNGEN
TEDDY GALA |
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Heute Abend ist es wieder so weit. Der diesjährige TEDDY AWARD wird im Rahmen der großen TEDDY GALA im ehemaligen Flughafen Tempelhof verliehen. Wer noch keine Tickets hat, sollte sich beeilen, denn diese Event mit anschließender Party gilt es nicht zu verpassen. Wer alles dabei ist und wer später auf der Bühne noch mächtig einheizt, erfahrt ihr hier: TEDDY GALA.
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Zwischen den Orten |
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ROAD MOVIE nimmt das Leben im heutigen Palästina in den Blick, wo die Bewohner_innen der Westbank tagtäglich mit einem segregierten und unmöglichen Straßennetz konfrontiert sind. Die Akteure des Films, von palästinensischen Taxi- und Krankenwagenfahrer_innen über israelische Siedler_innen bis hin zu Menschenrechtsaktivist_innen, ermöglichen einen einzigartigen und ungewöhnlichen Einblick in das Schicksal dieses Landes. Die Installation evoziert die Sperrmauer, die Palästina umzäunt und zeigt dabei faszinierende und intensive Bilder.
Gutschow-Haus, 11.00-20.00 Uhr
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Eine Welt nur für uns |
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Die Videomontage A WORLD OF OUR OWN verwebt die Geschichten verschiedener Cosmo-Figuren, Entdeckerinnen bekannter und unbekannter Welten, wahre und erfundene Freiheitskämpferinnen aus verschiedenen Zeiten und Orten, die sich für eine gemeinsame Zukunftsmission im größten Finanzzentrum der Welt treffen. Die Montage verschiedener Elemente verknüpft die Figuren quer durch Zeit und Raum. Die Arbeit adressiert aktuelle politische Kämpfe und feministische Vermächtnisse, die Vergangenheit sickert ein in die Gegenwart und ermöglicht eine andere Zukunft.
Kunstsäle Berlin, 11.00-20.00 Uhr
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Der kleine Bauchredner aus Kanada |
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„Beuys hatte seine Uniform, Warhol seinen Siebdruck, Steve Reinke hat seine Stimme. Sie ist eine Art Erkennungsmerkmal, ein Kostüm zur Maskierung der Persönlichkeit; noch wichtiger: sie garantiert Vergnügen.“ Mike Hoolboom. THE TINY VENTRILOQUIST ist eine Sammlung kürzerer Arbeiten. In diesen Arbeiten erprobt Reinke eine Reihe verschiedener Stimmen, Standpunkte, Geschichten und Ideologien, und verwirft sie schließlich allesamt. Stilistisch bewegen sich die Videos zwischen Animation, Homemovie, Tagebuch- und Found Footage-Film. Das Bindeglied zwischen diesen disparaten Ansätzen ist Reinke selbst, der stets als hintergründig-humorvoller Erzähler fungiert.. Botschaft von Kanada, 12.00-18.00 Uhr |
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